Exkursion zur Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg (Havel)

Am 14. Juni fuhr unse­re 10. Klas­se mit ihrem Klas­sen- und Geschichts­leh­rer, Herrn Sahin, und mir nach Bran­den­burg (Havel). Dort besuch­ten wir die Gedenk­stät­te für die Opfer der Euthanasie-Morde.

Auf dem Gelän­de des ehe­ma­li­gen Alten Bran­den­bur­ger Zucht­hau­ses wur­de eine der sechs Tötungs­ein­rich­tun­gen der „Akti­on T4“ ein­ge­rich­tet. Von Janu­ar bis Okto­ber 1940 wur­den mit­ten in der Stadt Bran­den­burg über 9000 Men­schen ermor­det – vom zwei­jäh­ri­gen Klein­kind bis zum 88jährigen Greis.

Gemein­sam mit Herrn Marx, einem Mit­ar­bei­ter der Gedenk­stät­te, erkun­de­ten wir die Aus­stel­lung und in einer Grup­pen­ar­beit Doku­men­te zu den Mor­den an Kran­ken, Behin­der­ten und soge­nann­ten „Aso­zia­len“, zu Lebens­läu­fen der Opfer und den Beweg­grün­den der Täter, aber auch zu den Mög­lich­kei­ten, sich nicht an den Mor­den betei­li­gen zu müssen.

Wir waren sehr beein­druckt von den Schick­sa­len und fan­den es gut, dass wir uns unse­re „For­schungs­the­men“ selbst aus­su­chen und in unge­zwun­ge­ner Atmo­sphä­re bear­bei­ten durf­ten. Dafür geht unser gro­ßes Dan­ke­schön an Herrn Marx.

Kath­rin Koch, Schulleiterin

Exkursion zur Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasiemorde in Brandenburg

Im Rah­men des Geschichts­un­ter­richts des Jahr­gangs 10 unter­nah­men 13 Schü­le­rin­nen und Schü­ler am 8. Mai 2019 eine Exkur­si­on zur Gedenk­stät­te für die Opfer der Eutha­na­sie­mor­de in Bran­den­burg an der Havel.

Dort ange­kom­men gab uns Herr Marx, ein His­to­ri­ker, anhand der Aus­stel­lung Ein­bli­cke in die schreck­li­chen Ver­bre­chen der Nazis, die dort – mit­ten in der Stadt!!! - gesche­hen sind: In der „Eutha­na­sie-Anstalt“ in Bran­den­burg, einem ehe­ma­li­gen Zucht­haus,  wur­den von Juni bis Okto­ber 1940 über 9000 Men­schen, die man aus psych­ia­tri­schen Kran­ken­häu­sern des gesam­ten nord- und mit­tel­deut­schen Raums in Bus­sen her­bei­schaff­te, umge­bracht, auch klei­ne Kin­der. Beson­ders ent­setzt waren wir dar­über, dass selbst Kin­der soge­nann­ter „Aso­zia­ler“ und Alko­ho­li­ker ver­gast wur­den, weil die NS-Ideo­lo­gie davon aus­ging, dass die­se kei­nen Wert für die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Gesell­schaft haben. Außer­dem erfuh­ren wir, dass in Bran­den­burg ers­te „Pro­be­ver­ga­sun­gen“ psy­chisch Kran­ker und Behin­der­ter durch­ge­führt wur­den, was  in den Ver­nich­tungs­la­gern spä­ter per­fek­tio­niert wurde.

Danach durf­ten wir uns anhand von his­to­ri­schen Doku­men­ten selbst eine Mei­nung bil­den und ver­schie­de­ne Fra­gen zur The­ma­tik beant­wor­ten. Beson­ders die Fra­ge nach der Ver­ant­wor­tung und auch Zivil­cou­ra­ge der Täter beschäf­tig­te uns dabei. Wir fan­den her­aus, dass die wenigs­ten per­sön­li­che Kon­se­quen­zen erdul­den muss­ten, wenn sie sich nicht (mehr) an der Tötung soge­nann­ten „lebens­un­wer­ten Lebens“ betei­li­gen woll­ten. Im Gegen­teil – die meis­ten stan­den mit vol­ler Über­zeu­gung hin­ter ihren Taten.

Alles in allem war es ein infor­ma­ti­ver und trotz des nicht leicht ver­dau­li­chen The­mas schö­ner Tag. Ein gro­ßer Dank gilt Frau Koch und Herrn Sahin, weil sie uns beglei­tet haben, der Gedenk­stät­te, dass sie extra für uns geöff­net hat und Herrn Marx, der uns die­ses dunk­le Kapi­tel des Natio­nal­so­zia­lis­mus auf eine Art und Wei­se nahe­ge­bracht hat, die man sicher nicht oft findet.

Felix, Klas­se 10
Frau Koch, Geschichtslehrerin